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CDU Neuenrade

Über den steinigen Weg in die Selbstständigkeit



31. Januar 2014

Süderländer Volksfreund  Starke Frauen braucht das Land – und selbstständige. Davon sind die Mitglieder der Frauen-Union überzeugt und haben sich deshalb überlegt, in unregelmäßigen Abstanden Frauen zu besuchen, die den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt haben. Am Donnerstag machten Waltraud Schulte und einige Mitglieder der christdemokratischen Organisation Station in der Villa Kunterbunt und besorgten sich bei der Betreiberin Nina Kersting-Dunker Informationen aus erster Hand.

Dabei interessierte die Besucher der U3-Betreuungseinrichtung an der Südstraße, mit welchen Schwierigkeiten Menschen zu kämpfen haben, die ihr Leben beruflich eingenverantwortlicher gestalten möchten, welche Gedanken einem im Laufe des Prozesses durch den Kopf gehen. Und natürlich, ob der Schritt in der Nachbetrachtung richtig war. Bevor sich das Team der Villa Kunterbunt Zeit für die vielen Fragen nahm, zeigte es den Unions-Frauen die Räumlichkeiten an der Südstraße. Dort befindet sich seit Februar 2013 ein zweiter Standort. Eine Reaktion auf die stetig wachsende Nachfrage, erklärte Nina Kersting-Dunker.

 

2007/2008 keimte die Idee, eine private Spielgruppe ins Leben zu rufen. Damals habe es kein passendes Angebot gegeben, kurzerhand schlossen sich junge Mütter zusammen, um ihre Kinder gemeinsam zu betreuen. Im Laufe der Zeit nahm die Professionalität zu. Nina Kersting-Dunker ist eigentlich Betriebswirtin, in die Rolle der Kindergarten-Leiterin rutschte sie zufällig. Mittlerweile werden an den beiden Villen-Standorten Landwehr und Südstraße jeweils neun Kinder betreut. Möglich sei das nur, weil sie andere Menschen für die Idee begeistern konnte. Denn einstellen darf sie Tagesmütter nicht. Deshalb überzeugte sie für ihr Expansionsprojekt an der Südstraße zwei Frauen, die ihr Angestelltenverhältnis daraufhin kündigten und sich ins Abenteuer Selbstständigkeit stürzten. Tanja Heidemann arbeitete zuvor als Sozialpädagogin im Schichtdienst, Britta Napiralla-Prior war als Erzieherin in einer Kita tätig.

Der Start in die eigene Selbstständigkeit sei keineswegs reibungslos verlaufen, erinnert sich Nina Kersting-Dunker, die sich mehr Unterstützung durch manche Ämter gewünscht hätte. Statt die Initiative zu fördern, bekam sie regelmäßig Steine in den Weg geworfen. Die scheint sie aber dank ihrer Hartnäckigkeit und ihrem Glauben an die Idee aus der Welt geschaffen zu haben. Allein der Umstand, dass sich langjährige Pädagogen zu Tagesmüttern „fortbilden“ müssten, verdeutlicht, wie schwierig der Weg in die Selbstständigkeit sein kann. Zu Beginn bekam Nina Kersting-Dunker von den zuständnigen Ämtern die Auskunft, hinsichtlich einer U3-Betreuung sei kein Bedarf vorhanden. Fördergelder könne sie deshalb auch nicht erwarten. Im Laufe der Zeit hat sich bestätigt, wie wertvoll es ist, wenn man den Blick mal über den Tellerrand hinausrichtet. In einem Punkt waren sich alle drei dennoch einig: „Es hat sich gelohnt“.

„Ich wollte immer selbstständig sein“, erklärte die Kindergarten-Leiterin, die aufgrund ihrer Ausbildung „auch Schrauben oder irgendetwas anderes verkaufen“ könne. „Dass ich mich das getraut habe, wundert mich noch heute. Aber die Idee hat mich sofort begeistert“, fügte Britta Napiralla-Prior hinzu. Herzklopfen und Bauchweh gehören dazu, wenn man seinem langjährigen Arbeitgeber kündigt. Im Nachhinein schienen aber alle mit ihren Entscheidungen gut leben zu können. Die CDU-Frauen zollten den drei Frauen ihren Respekt und können anderen nur Mut machen, den Schritt in die berufliche Selbstverwirklichung zu gehen. Aber: Einfach ist der Weg nicht. -

Text und Bild von Markus Jentzsch

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