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CDU Neuenrade - Mit vollem Einsatz...

CDU Neuenrade

Studie sorgt für Aufregung



19. November 2013

Süderländer Volksfreund 

Torsten Schneider (rechts) sieht Diskussionsbedarf. Foto Markus JentzschNEUENRADE - „Sehr geehrter Herr Dr. Töpfer..." beginnt ein Brief, den Torsten Schneider, Vorsitzender der CDU Neuenrade, an seinen christdemokratischen Parteikollegen und ehemaliger Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau, verfasste. Höflich, mit dem nötigen Respekt formulierte Schneider das Schreiben, doch innerlich kochen die Emotionen hoch.

Der Grund: Prof. Dr. Dr. Klaus Töpfer, Direktor des Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) Potsdam, war an einer Studie zum Potenzial ländlicher Regionen beteiligt. Zusammen mit Dr. Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, stellte der CDU-Politiker eine Studie vor, die für ländliche Gegenden, das Sauerland eingeschlossen, schlicht und ergreifend „schwarz" sieht. Eine Meinung, die sich so gar nicht mit der der Neuenrader Christdemokraten deckt. Deshalb schrieb Schneider den Brief mit der Bitte an Prof. Dr. Dr. Klaus Töpfer, Neuenrade doch einen Besuch abzustatten. Schließlich würde sich die Kommunalpolitik ebenfalls intensiv mit dem Thema „Demografischer Wandel" beschäftigen und wäre an einem konstruktiven Austausch interessiert.

Dass dem Land im wahrsten Sinne des Wortes der Saft abgedreht werden solle, damit könne sich die Landbevölkerung nicht einverstanden erklären. Eine Meinung, die wahrscheinlich nicht nur die Neuenrader Christdemokraten vertreten. Die Studie besagt, dass das Land auf dem Leben zu erhalten, mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung zukünftig nicht finanzierbar sei. Kosten, die die Gesamtgesellschaft nicht tragen könne.

 

Schneider habe die Aussagen der Expertengruppe erst für einen April-Scherz gehalten, dann sei er in die Materie eingestiegen und möchte das Thema nun in den Fokus der politischen Diskussion und der Bevölkerung rücken. „Darüber müssen wir diskutieren", sagten Schneider sowie die beiden Ortsvorsteher Ludger Stracke (Küntrop) und Josef Hochstein (Affeln) im Rahmen eines Treffens am Freitag.

Dörfer mit ihren gesunden Strukturen, ihrem aktiven Vereinsleben und der Bereitschaft der Bewohner zum Ehrenamt würden eine Vorbildfunktion einnehmen, betonte Stracke. Das könne man doch nicht zerschlagen, fügte er hinzu. Er könne nicht verstehen, wie Experten auf die Idee kommen können, Investitionen in die ländliche Infrastruktur zu reduzieren, sogar in Erwägung ziehen, bestehende Strukturen zurückzubauen. „Und das von einem Mann aus den eigenen Reihen", drückten sich Schneider, Hochstein und Stracke übereinstimmend aus.

Auf der Homepage des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung findet sich ein weiterer interessanter Artikel, der sich mit dem Comeback der ländlichen Regionen befasst. Allerdings dreht es sich darin um das Nachbarland Frankreich, wo sich der Trend im Laufe der Zeit wieder umkehrte, weg aus den überfüllten und von teurem Wohnraum geprägten Ballungszentren, zurück auf das Land, die familienfreundliche Alternative.

Vielleicht will Herr Töpfer nicht die Ursache des demografischen Wandels bekämpfen, sondern lediglich seine Symptome. Bleibt abzuwarten, ob sich dadurch die nachhaltige Entwicklung in Deutschland fördern lässt, so wie es das Berlin-Institut behauptet.

Von Markus Jentzsch

 

Von Markus Jentzsch

Foto Markus Jentzsch

http://www.come-on.de/lokales/neuenrade/cdu-studie-sorgt-aufregung-3227051.html

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