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CDU Neuenrade - Mit vollem Einsatz...

CDU Neuenrade

Ansichten in Sachen Sicherheit



16. Februar 2013

Süderländer Volksfreund  Diskussionsteilnehmer mit Appell an Altenaer Amtsgericht / Schneller den Prozess machen

Mark Hantelmann, Christel Voßbeck-Kayser, Werner Lohn, Torsten Schneider und Klaus-Peter Sasse.   Foto: Sternemann

NEUENRADE Viele Einbrüche, Vandalismus, Gewaltdelikte: Die CDU Neuenrade hatte dieses Neuenrader Szenario zum Anlass genommen eine öffentliche Informationsveranstaltung zum Thema „Öffentliche Sicherheit“ am Donnerstag im Kaisergarten zu veranstalten.

Referent bei der Veranstaltung war der Landtagsabgeordnete Werner Lohn. Von Beruf Kriminalhauptkommissar und Diplom- Verwaltungswirt mit langjähriger Erfahrung im Innenausschuss des Landtages. Eingangs betonte Lohn, dass die Wirkung der medialen Berichterstattung über Gewalttaten nicht unterschätzt werden dürfe, da sich diese unmittelbar auf das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung auswirke. Auch sei kritisch zu betrachten, dass Sicherheit und Freiheit oft als Gegensatzpaar dargestellt würde und zitierte dazu Goethe: „Erst das Gesetz kann Freiheit geben!“ Doch die besten Gesetze würden nichts nützen, wenn ihnen nicht zur Durchsetzung verholfen werden könne. Und Lohn kam sogleich auf die „Front der Verbrechensbekämpfung“ zu sprechen: Die ermittelnden Polizeibeamten. Polizeipräsens sei nicht mit Überwachungsstaat gleichzusetzen.

 

Wer einmal Opfer einer Gewalttat geworden sei, wisse Polizeipräsens zu schätzen. In diesem Zusammenhang betonte Lohn, dass die emotionalen Folgen für Opfer eines Einbruchdiebstahls oder einer Sachbeschädigung – obgleich nur Vermögensdelikte – nicht unterschätzt werden dürfen. Wer möchte schon weiter ruhig in den eigenen vier Wänden leben, wenn einen die Gewissheit quält, dass wider des eigenen Willens Unbekannte persönliche Gegenstände berührten? Werner Lohn betonte, dass ein wesentlicher Faktor für die Sicherheit der Bevölkerung eine leistungsfähige Polizei sei. Es könne nicht angehen, dass die Zahl der Neueinstellungen von Polizeibeamten im Jahre 2012 zwar gestiegen sei, jedoch durch die Anzahl jährlicher Pensionierungen aufgezehrt werde. Sollte sich nichts ändern, gäbe es künftig immer weniger und immer ältere Polizisten. Lohn brachte das inzwischen recht bekannte Bonmot: „Wer den Polizeiruf 110 wählt – erhält auch 110 – nämlich zwei Polizeibeamten im Alter von je 55 Jahren“. Was die rein statistische Sicherheit im Märkischen Kreis anbelangt, so sieht es im Vergleich zur NRW-Statistik gar nicht schlecht aus: Auf Landesebene gebe es 8470 Straftaten pro 100 000 Einwohner, im Märkischen Kreis seien es 6388 angezeigte Straftaten und in Neuenrade lebe man gar noch sicherer – statistisch gesehen.

Für die in Neuenrade in Betracht kommenden Täterkreise stellte Lohn fest, dass die Art und Weise der Tatausführung keine organisierten Kriminellen dahinter stünden. Gleichwohl leide das Sicherheitsgefühl und es stelle sich die Frage, was die Kommunalpolitik und jeder einzelne tun könne. In diesem Zusammenhang seien befristet eingestellte Sicherheitskräfte keine Lösung. Auch müssten die Polizeibeamten vor Ort von reiner Verwaltungstätigkeit befreit werden, um mehr Kapazität für die Verbrechensbekämpfung zu haben. Eine Lösung: Mehr Polizeiverwaltungsassistenten; Die Bevölkerung könne durch Erhöhung von Einbruchsicherungen die Hemmschwelle bei potentiellen Tätern erhöhen. Auch Zivilcourage sei gefordert: dabei reiche oft der Griff zum Handy, um Hilfe zu ordern. In der anschließenden Diskussion ging auch ein Appell der Teilnehmer an das Amtsgericht Altena: Von den Strafrichtern würden sie sich wünschen, dass besonders Jugendlichen im Rahmen des Gesetzes schneller der Prozess gemacht werde, frei nach dem Motto: „Strafe folgt auf dem Fuße“, sonst weißt Du ja vielleicht nicht mehr „wofür überhaupt ?“ Und im Hinblick auf „Strafe“ meinten die Teilnehmer: „Bewährungsverurteilungen“ seien eher kontraproduktiv, da die Jugendlichen die Folgen ihrer Straftaten nicht unmittelbar spüren würden. Im Gegenteil: Ein Teilnehmer wusste zu berichten, dass ihm ein geläuteter Straftäter anvertraut habe: „Hätte ich die strafrechtlichen Konsequenzen meines Tuns eher gespürt, wäre anderen viel Leid erspart geblieben.“ ks

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