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CDU Neuenrade - Mit vollem Einsatz...

CDU Neuenrade

Am Ende des politischen Lebens wartet vor allem auch die Freiheit



04. März 2012


SV  - Abschied vom politischen Gestalten: Alexander Klinke und Renate Drangmeister hören auf

Von Peter von der Beck
NEUENRADE • Es war ein Paukenschlag für die Neuenrader Kommunalpolitik, als Alexander Klinke und Renate Drangmeister nach der Hälfte der Amtszeit ihren vollständigen Rückzug aus der Kommunalpolitik verkündeten. Gestern wurden sie in einer Ratssitzung offiziell vom Bürgermeister - mit Lob - verabschiedet. Die ganz große Sause, den Abschied von der Fraktion, den hatte es am Wochenende zuvor gegeben. Klinke: „Da haben wir es richtig krachen lassen".
Sie ziehen sich komplett zurück, um „den Jungen eine Chance" zur politischen Entfaltung zu geben. Klinke betont zudem: „Wenn schon aufhören, dann ganz und gar. Sonst würde ich doch immer noch wieder den jungen Leuten reinreden. Ich kenn mich doch". Von daher sei die Art des Rückzuges doch vorbildlich. Es gebe Negativbeispiele von Politikern, die den Absprung nicht schaffen würden.
Klinke und Drangmeister: Die beiden haben Jahrzehnte die Geschicke Neuenrades mitgestaltet, Klinke seit 1989 als Fraktionschef und Renate Drangmeister zwölf Jahre als stellvertretende Bürgermeisterin. 40 Jahre ist sie CDU-Mitglied, hat zudem in einer durchaus mächtigen Truppe der CDU gewirkt, der Frauenunion. Drangmeister hat dabei viele, viele kleine Stellrädchen gedreht, die am Ende ein großes Rad in Bewegung setzten. Die Sozialpolitik. Damit hat sie Akzente gesetzt - im Konsens mit den anderen Fraktionen. Sie war den Bürgern nahe, hat bei Problemen immer den ganz kurzen Draht zur Verwaltung gehabt. So konnte sie „schnell und konkret helfen". „Ich hab gerade das sehr gerne gemacht".
Und Klinke, der CDU-Fraktionschef der Mehrheitsfraktion, hat natürlich auch maßgeblich Stellräder gedreht, oft die entscheidenden in seiner Heimatstadt. Er lehnt es ab, sein Wirken an diversen Bauwerken messen zu lassen. Kern seines Wirkens - und darauf legt er Wert, war eben dass „all jene Projekte, die seit Ende der 80-er Jahre verwirklicht wurden, allesamt eine solide Finanzierung erfahren haben". Auch legt er Wert darauf, dass auch mit ihm solide Sozialpolitik betrieben worden sei. Immer habe man dafür gesorgt, dass es in Neuenrade wirtschaftlich gute Rahmenbedingungen gegeben habe. Damit seien am Ende Arbeitsplätze geschaffen und erhalten worden. Auch Familien habe man nicht nur so gefördert. „Mit Leidenschaft" hat Alexander Klinke Kommunalpolitik betrieben und die Kommunalpolitik hat ihn aber auch getrieben. Sie hat lange Zeit sein Leben bestimmt. Jetzt, so sagt Klinke, habe er zwar nicht mehr Freizeit gewonnen, aber „mehr Freiheit". Denn unheimlich viele Dinge würden doch an einem Amt hängen: Unzählige Telefonate, Vorbereiten von Terminen und Sitzungen. „Es war ein Dauereinsatz", sagt Klinke. Und er zitiert seine Frau. „Die Politik dominiert alles", hat sie gesagt.
Schön umschreibt das auch Renate Drangmeister: „Die Politik hat das Denken bestimmt". Man habe sich „geistig sehr damit beschäftigt". Und so genießt Drangmeister, nun 67 Jahre alt, die freien Wochenenden mit der Familie, sie genießt die Abwesenheit der Selbstverpflichtung für das politische Geschehen.
Doch als Bürde wollen weder Klinke noch Drangmeister ihre lange Amtszeit sehen. Gerne habe man es ja auch gemacht. Schließlich gab es nicht nur Mühsal und lange Sitzungen.
Und sie haben in all den Jahren „auch Freunde" gewonnen. Das bestätigen die beiden unisono. Und den beiden macht die neu gewonnen Freiheit sichtlich Freude. „Familie, Firma - und andere Interessen habe ich auch noch", sagt Klinke, der nun wieder wöchentlich Tennis spielt. Die Kultur wird weiter eine seiner Leidenschaften bleiben und er wird sich weiter am Kaisergalten erfreuen („einer der größten Erfolge"). Klinke sponsert sehr viel - und nur er allein weiß, wie viel. Nein, Klinke wird in mancher Hinsicht noch wirken. „Die Stadt ist mir ja nicht weniger wichtig als vorher". Ähnliches wird sicher für die ehemalige stellvertretende Bürgermeisterin gelten. Und wenn Renate Drangmeister morgens auf ihren Terminkalender schaut, dann freut sie sich, dass sie nicht schon wieder raus muss. Viel gebe es zu tun, denn Vieles sei liegen geblieben.

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