TOP

 

CDU Neuenrade - Mit vollem Einsatz...

CDU Neuenrade

Apothekennotdienst Schlechte Note für Notfalldienst



26. April 2011

Harald Rösner

 

Neuenrade. Seit Februar besteht die Neuordnung des ärztlichen Notdienstes, in deren Zuge auch die Apothekennotdienste angepasst wurden. Damit einhergehend wurde der ärztliche Notdienst auf die Standorte Lüdenscheid und Iserlohn zentralisiert.

So langsam greifen nun die damit verbundenen Pläne der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe und werden mehr und mehr umgesetzt. Insbesondere seitens der Lokalpolitik befürchtete man eine drastische Ausdünnung des Notdienstes auf dem Land – sind diese Befürchtungen nun eingetreten, oder sind sie unbegründet?

Mit dieser Frage befasste sich am Dienstagabend im Kaisergarten die Diskussionsrunde, zu der die CDU Neuenrade eingeladen hatte. Seitens der heimischen Ärzteschaft nahm Allgemeinmediziner Dr. Michael Beringhoff vor einer interessierten Zuhörerschaft Stellung zu diesem Thema, während Dr. Sven Simons aus Apotheker-Sicht berichtete.

 

„Ich bin nicht dran schuld – gleichwohl wäre es müßig gewesen, sich vehement und mit Händen und Füßen gegen die Neuordnung des Notfalldienstes zu wehren“ verwies Dr. Beringhoff auf die von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) auf den Weg gebrachte Systemreform, die auf Grund der ausdünnenden Ärzteschaft im ländlichen Bereich erarbeitet wurde. Der KVWL sieht laut dem Allgemeinmediziner für Ärzte Attraktivitäts-Steigerung, aufs Land zu kommen („Der Hausarzt hat nun um 18 Uhr Feierabend - ab dann ist der ärztliche Notfalldienst laut Vorgabe der KVWL sein verlängerter Arm aus den Praxen heraus, mit Sprechstunde Tag und Nacht, an Wochenenden und Feiertagen“). Dr. Beringhoff selbst kann sich damit nicht anfreunden. Die Neuregelung sei für den Patienten eine Belastung - er müsse weite Wege zurücklegen und sich dazu bei Anruf bei der Duisburger Notrufzentrale (früher Werdohler Krankenhaus) mit langen Wartezeiten und nicht ortskundigen Mitarbeitern herumschlagen. So könne es vorkommen, dass Krankenwagen völlig unnötig quer durch den Märkischen Kreis gelotst würden.

Neuordnung bisher
dilettantisch umgesetzt

„Die Neuordnung des Notfalldienstes deckt lediglich die ärztliche Betreuung der Patienten nach dem Ende der Sprechstunde ab“ so Dr. Beringhoff. Sein persönliches Fazit zur Neuregelung ist kurz und knapp. „Bisher dilettantisch umgesetzt, obwohl man 15 Monate Zeit für die Vorbereitung hatte und keine Lösung der wirklichen Probleme.“

Da kommt die ebenfalls neue Regelung für den Apotheken-Notdienst nach Meinung von Apotheker Dr. Sven Simon schon besser weg. Er sieht für die Bürger weiterhin eine gute Versorgung.

„Der deutsche Apotheken-Notdienst ist mit über 2000 in der Nacht, an Wochenenden und an Feiertagen geöffneten Apotheken weltweit beispielhaft“ sagt er.

Für den Kunden bedeute die Neuregelung zwar eine gewisse Umstellung – gleichwohl bewege sich die Entfernung zur nächsten geöffneten Apotheke in einem erträglichen Rahmen, sollten außerhalb der regulären Öffnungszeiten Medikamente benötigt werd

Zurück zur Übersicht aller Artikel