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CDU Neuenrade - Mit vollem Einsatz...

CDU Neuenrade

CDU – Fraktionsvorsitzender Alexander Klinke beklagt zusätzliche Belastungen durch Bund und Land für die Kommunen



29. August 2010

„Wir sind nur unserer Stadt verpflichet"

Neuenrade, 26.08.2010, Dieter Linde

Bild - DL - WRNeuenrade. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, in einer anderen Stadt zu leben, hat Alexander Klinke eine kurze, recht deutliche und überzeugende Antwort: „Nein!" Die Hönnestadt, das ist seine Heimat, hier hat er als Junge Fußball beim TuS gespielt und ist Mitglied im Schützenverein geworden und hier ist er ein erfolgreicher Unternehmer.
Die Firma Julius Klinke ist einer der ältesten Betriebe in Neuenrade, 1847 gegründet, Präzisionsdrehteile und Klavierbestandteile werden produziert. Eine große Verantwortung für den Geschäftsführer Alexander Klinke, der aber nicht nur Unternehmerblut in den Adern hat, da gibt es noch eine Sparte, wo er seit vielen Jahren große Verantwortung trägt: die Kommunalpolitik.
Alexander Klinke legt allerdings großen Wert darauf, beide Bereiche strikt zu trennen, auch wenn sich Firmenunterlagen und Papiere von Ausschusssitzungen häufig auf dem gleichen Schreibtisch stapeln. „Politik an verantwortlicher Stelle, dass ist nicht selten im Jahr auch ein Halbtagsjob, da bleibt hin und wieder beruflich etwas auf der Strecke, muss zu anderen Zeiten erledigt werden, auf jeden Fall muss die Familie viel Verständnis zeigen", so Klinke.

„In der Ratsfraktion ein „Teamplayer"

Er sieht sich in der CDU Neuenrade und in der Ratsfraktion als „Teamplayer". Er wehrt sich aber dagegen, dass Führungsqualitäten oft falsch interpretiert werden. Natürlich hat er die rhetorischen Fähigkeiten, seine Meinung in Diskussionen deutlich zu machen, Klinke: „Was wäre denn die Alternative, wenn man die Fraktion nicht führen könnte, dann würde doch jeder sagen: Was will der denn an der Spitze der CDU-Ratsmitglieder!"
Im Sommergespräch blickt Alexander Klinke zurück, nennt Schwerpunkte der CDU-Arbeit.
Über drei Jahrzehnte hat die CDU in der Kommunalpolitik in Neuenrade bereits die Mehrheit, eine besondere Verantwortung?
Alexander Klinke: Eine Verantwortung, die über Jahre gewachsen ist. Ich rede aber nicht von Kommunalpolitik, für mich ist das Kommunalarbeit. Politik vor Ort, das kann man mit Politik auf Landes- oder Bundesebene nicht vergleichen. Wesentliche Entscheidungen in einer Stadt, die werden in letzter Konsequenz fast immer von allen Parteien gemeinsam getroffen. Richtige Kampfabstimmungen, die lassen sich bei uns an einer Hand abzählen. Für Kompromisse, mit denen dann alle Parteien leben können, gibt es vor Ort unzählige Beispiele, darauf lege ich großen Wert.

Der gesunde Haushalt der Stadt, bisher, darauf ist die Politik besonders stolz?

Bis vor zwei Jahren war unsere Stadt durch die richtigen Entscheidungen im Kernhaushalt schuldenfrei. Wir haben als kleine Gemeinde drei Kunstrasenplätze gebaut, unser Freibad, und die Villa am Wall renoviert, Kindergärten und Schulen gebaut, machen aktive Sozialpolitik und vieles mehr, alles ohne Schulden. Auch in diesem Jahr kommen wir bei den Investitionen ohne Fremdkapital aus. Was wir nicht in den Griff bekommen, sind die laufenden Belastungen, die wir durch Entscheidungen von Bund und Land haben.

Was sind das für Kosten?

In den Fonds Deutsche Einheit haben wir in den vergangenen fünf Jahren drei Millionen Euro gezahlt. Im gleichen Zeitraum musste die Stadt für abgelehnte Asylbewerber, die vom Land nicht abgeschoben wurden, 1,2 Millionen Euro aufwenden. Es gibt noch einige andere Beispiele, wo wir den Standpunkt einnehmen: Wer die Musik bestellt, soll sie auch bezahlen.

Wird es jetzt für die CDU Neuenrade leichter, das Land mit der neuen Regierung Rot/Grün für solche Entwicklungen anzugreifen?

Nein, wir sind als Kommunalpolitiker ausschließlich unserer Stadt verpflichtet, das hat die CDU Neuenrade auch bei der CDU/FDP-Regierung so gehalten, die Aktionen sind allen gut bekannt.

Zurück zur Tagespolitik, da gab es kurz vor den Sommerferien eine heftige Auseinandersetzung mit der FWG, wie geht das nun weiter?

Die FWG bezeichnet sich als einzige Oppositionspartei, nun, das ist ihr Recht. Allerdings der Stil, mit dem die FWG arbeitet, das ist nicht zum Nutzen für die Stadt. Wir haben als CDU nicht die Lust und die Zeit, uns damit zu beschäftigen, wir wollen unsere Arbeit vernünftig machen, darauf konzentrieren wir uns!

Wo liegen die Schwerpunkte der Arbeit nach der Sommerpause?

Vorrangig die Schulpolitik, da brauchen wir zeitnah Lösungen. Wir haben uns bisher nicht an öffentlichen Diskussionen beteiligt, um Schüler und Eltern nicht weiter zu verunsichern. Die Schulpolitik der neuen Landesregierung, das ist kein Geheimnis, ist nicht unsere Politik.

„"Starke fordern und Schwache fördern"

Wir sehen Schulpolitik eher unter dem Gesichtspunkt „die Starken fordern und die Schwachen fördern", das ist aber mit dem, was Rot/Grün will, nicht möglich. Schon seit geraumer Zeit laufen Gespräche, um für Neuenrade eine Lösung zu finden, auch in Abstimmung mit den Nachbargemeinden.

Und welche Themen wird die Kommunalpolitik noch beschäftigen?

Der demografische Wandel wird uns in den nächsten Jahren stark beschäftigen. Wir wollen die gute Lebensqualität in Neuenrade auch in finanziell schwierigen Zeiten erhalten. Wenn wir unser großes Leistungsspektrum erhalten wollen, müssen wir noch intensiveres Kostenmanagement machen als bisher.
Die Umgehungsstraße wird in fünf Jahren gebaut, dann können wir die Innenstadt deutlich attraktiver machen. Ganz wichtig ist uns die weitere positive und eigenständige Entwicklung der „Dörfer".

Ihre Prognose für die Zukunft?

Insgesamt haben wir nur eine Chance zu bestehen, wenn alle Bürger, Gruppen und Vereine wie bisher - unabhängig von der politischen Grundeinstellung - sich gemeinsam mit Idealismus für unsere Stadt engagieren. Wir als CDU-Fraktion wollen unseren Beitrag dazu leisten.

 

Bild WR

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